Die Tage, in denen man sein Wasser mit Hilfe von Gas, Kohle oder Öl erwärmt, sind vermutlich bald gezählt, denn diese Rohstoffe sind nach heutigem Wissenstand endlich. Zum Glück gibt es Alternativen. Unsere Sonne wird voraussichtlich noch knapp vier Milliarden Jahre lang ihr strahlendes Werk verrichten. Durch sie verfügen wir über eine unerschöpfliche Energiequelle, die wir Menschen noch nicht einmal zu einem Bruchteil für uns erschlossen haben. Mit der Hilfe von Solarzellen und unter Ausnutzung des fotoelektrischen Effekts erzeugen wir aus einem Teil des Sonnenlichtspektrums Strom. Doch auch die Wärmestrahlung lässt sich in Energie verwandeln. Der Fachbegriff hierfür lautet: Solarthermie.
Durch die Sonne und eine entsprechend ausgelegte Anlage lässt sich zumindest im Sommer fast der gesamte Warmwasserbedarf einer durchschnittlichen Familie abdecken. Um die Wärme der Sonne einfangen zu können, benötigt man eine thermische Solaranlage, die sich aus mehreren Komponenten zusammensetzt. Als erstes wäre da der Kollektor, meist in der Form eines Flachkollektors. Dieser besteht aus einem wärmegedämmten Gehäuse mit einer durchsichtigen Abdeckung und einem beschichteten Absorber im Inneren. Durch den Absorber fließt eine Flüssigkeit, der sogenannte Wärmeträger (ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel), die sich zwischen dem Kollektor und einem Wärmetauscher bewegen kann. Erhitzt sich der Wärmeträger aufgrund der Sonneneinstrahlung auf ein bestimmtes Niveau, aktiviert ein Solarregler automatisch eine Umwälzpumpe und sorgt dafür, dass die Solarenergie, die durch den Kollektor aufgenommen wurde, an den Wärmetauscher und dann an den Warmwasserspeicher abgegeben wird. Sollte der Kollektor wegen schlechter Witterungsverhältnisse einmal nicht genug Wärme produzieren können, dann übernimmt das normale Heizungssystem, das an die Anlage gekoppelt ist, diese Aufgabe.
Die Vorteile einer solarthermischen Anlage liegen auf der Hand. In der Regel amortisiert sie sich bereits nach zwölf bis dreißig Monaten und spart dann Energiekosten. Außerdem produziert Solarthermie keine CO2-Emissionen, was ihren Einsatz ausgesprochen klima- und umweltfreundlich macht.
Wer sich für eine solarthermische Anlage entscheidet, kann staatliche Fördermittel beantragen. Die Ersterrichtung von einer Solarkollektoranlage bis zu einer Fläche von 40m² wird mit mindestens 410 Euro je Anlage bzw. 60 Euro pro Quadratmeter bezuschusst. Bei Anlagen mit kombinierter Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung zur solaren Kühlung oder zur Bereitstellung von Prozesswärme werden Förderungsgelder von 105 Euro pro Quadratmeter zur Verfügung gestellt, solange die Gesamtfläche bis zu 40m² beträgt. Für jeden weiteren Quadratmeter gibt es dann noch einmal 45 Euro, wenn man nachweisen kann, dass man über ein Pufferspeichervolumen von 100l je Quadratmeter verfügt.
Guter kleiner Artikel
…wollte nur nochmal sagen das eine Solarthermieanlage sowohl für die Warmwasser- als auch für die Heizungsunterstützung genutzt werden kann. Dabei leisten die Kollektoren nicht nur in den Sommermonaten ihren Beitrag, sondern auch schon an sonnenreichen Tagen in kälteren Monaten.